Der Ablaufplan für euren Hochzeitstag
Ein erprobter Zeitplan für den Hochzeitstag — mit First Look, den drei Puffern, die wirklich gebraucht werden, und dem richtigen Zeitpunkt fürs Paarshooting.
Von 10 bis 24 Uhr — und warum ein Zeitplan kein Korsett ist

Fast jedes Paar, mit dem ich spreche, hat irgendwann diesen Moment: Der Tag hat vierzehn Stunden, und plötzlich passt nichts mehr hinein. Getting Ready, Trauung, Sekt, Gruppenbilder, Essen, Tanz — und dazwischen sollen auch noch entspannte Paarbilder entstehen.
Es geht. Aber nicht von allein.
Ein Zeitplan ist dabei kein Korsett, sondern ein Rahmen. Er sagt nicht, wann ihr glücklich zu sein habt. Er sorgt nur dafür, dass niemand um sechs Uhr abends feststellt, dass die Sonne weg ist.
Ein Beispieltag
Das hier ist kein Gesetz, sondern ein Muster, das bei den meisten Hochzeiten trägt. Verschiebt es, wie es zu euch passt.
| Zeit | Was passiert |
|---|---|
| 10:00 | Getting Ready, Braut |
| 11:30 | Getting Ready, Bräutigam · Detailbilder |
| 12:30 | First Look (optional) |
| 13:30 | Trauung |
| 14:15 | Sektempfang, Gratulationen |
| 15:00 | Gruppenbilder |
| 15:45 | Pause — Kaffee, Kuchen, durchatmen |
| 17:00 | Paarshooting |
| 18:30 | Dinner |
| 20:30 | Reden, Spiele, Torte |
| 21:30 | Erster Tanz |
| 22:00 | Party |
| 24:00 | Ende der Fotobegleitung |
Vierzehn Stunden sind viel. Meine Erfahrung — und das steht so auch in meinen häufigen Fragen — ist: Sechs Stunden reichen für eine entspannte Hochzeit völlig, zehn decken „Getting Ready bis Tanz” ab. Alles darüber ist eine bewusste Entscheidung, keine Notwendigkeit.
Mit oder ohne First Look
Der First Look ist der Moment, in dem ihr euch vor der Trauung seht — allein, ohne Gäste.
Dafür spricht: Er ist das einzige ruhige Stück des Tages, das sich planen lässt. Danach seid ihr lockerer, und ein Teil der Paarbilder ist schon im Kasten. Das entlastet den Nachmittag erheblich.
Dagegen spricht: Für manche ist genau dieser erste Blick beim Einzug der Moment, auf den sie hingearbeitet haben. Den nimmt ein First Look weg.
Beides ist richtig. Wichtig ist nur, dass ihr euch vorher entscheidet — denn der Zeitplan sieht in beiden Fällen anders aus. Ohne First Look braucht der Nachmittag mehr Luft.
Die Puffer, die wirklich gebraucht werden
Aus vielen Hochzeitstagen: Es sind immer dieselben drei Stellen, an denen Zeit verlorengeht.
Nach dem Getting Ready. Fertig heißt nie fertig. Rechnet dreißig Minuten mehr ein, als der Plan sagt.
Nach der Trauung. Zwischen letztem Ton und dem Moment, in dem die Gesellschaft sortiert ist, vergehen zwanzig bis dreißig Minuten. Jedes Mal.
Vor dem Dinner. Wenn die Küche um 18:30 anrichtet, sollte das Paarshooting um 18:00 vorbei sein, nicht um 18:25.
Und was keinen Puffer braucht: die Gruppenbilder — vorausgesetzt, ihr habt eine Liste. Wer soll aufs Bild, in welchen Kombinationen? Mit vorbereiteter Liste sind zehn Gruppen in zwanzig Minuten erledigt. Ohne dauert dieselbe Zahl vierzig.
Wann das Paarshooting liegen sollte
Das ist der einzige Punkt, an dem ich als Fotograf wirklich auf einer Uhrzeit bestehe.
Die schönsten Paarbilder entstehen in der Stunde vor Sonnenuntergang. Nicht weil das ein Trend wäre, sondern weil das Licht dann flach und weich einfällt statt von oben. Der Unterschied ist größer als jede Kameraeinstellung.
Wann das ist, hängt vom Monat ab: Im Juni geht die Sonne in der Ortenau erst gegen halb zehn unter, im Oktober schon kurz vor sieben. Für einen Oktobertermin heißt das, dass das Paarshooting mitten in die Zeit fällt, in der andere gerade zum Essen rufen. Deshalb: erst das Licht, dann der Ablauf.
Die genauen Zeiten für jeden Monat habe ich in einem eigenen Beitrag zur goldenen Stunde zusammengestellt.
Ein Trick, der fast immer funktioniert: Verlasst das Dinner für zwanzig Minuten. Niemand nimmt es übel, die Gäste sind beschäftigt, und ihr kommt mit den besten Bildern des Tages zurück.
Ihr sitzt gerade über eurem Zeitplan? Schickt ihn mir, bevor er feststeht — ich sage euch, wo es eng wird und wo noch Luft ist. Wie so ein Tag am Ende aussieht, zeigen die Reportagen im Portfolio. Anfrage stellen →
Wenn es anders läuft
Es läuft anders. Immer.
Der Friseur ist zu spät, die Rede dauert länger, es regnet zur falschen Stunde, jemand verlegt die Ringe. Bei keiner Hochzeit, die ich begleitet habe, ist der Zeitplan aufgegangen wie geschrieben — und bei keiner hat es etwas ausgemacht.
Genau dafür ist der Plan da. Nicht damit er eingehalten wird, sondern damit man weiß, was man opfern kann, wenn eine halbe Stunde fehlt. Wer keinen Plan hat, streicht am Ende das Paarshooting, weil es der einzige Punkt ohne festen Termin ist. Wer einen hat, streicht die zweite Runde Gruppenbilder und behält die Bilder, die er später wirklich anschaut.
Ein Satz, den ich oft sage: Der Zeitplan ist mein Problem, nicht eures. Ihr sollt heiraten. Ich sage rechtzeitig Bescheid, wenn wir los müssen.
Wie viel Zeit ihr wirklich braucht
Sagt mir, wie ihr euch euren Tag vorstellt — ich sage euch, was realistisch hineinpasst und wo es eng wird. Das kostet nichts und spart später Diskussionen.
Mehr Arbeiten findet ihr im Portfolio. Was eine Hochzeitsreportage oder ein Paarshooting kostet, steht offen auf der Seite Leistungen & Preise — und die häufigsten Fragen beantworte ich in den FAQ.
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